Tre cimi di lavaredo - Grosse Zinne 2.999 m - ein Mythos - Dolomitenfront im Ersten Weltkrieg und die Nordwände als Zentrum des alpinen Klettersport

10.08.2018


08.08.2018

5 Uhr früh- Galtür - kurze Verabschiedung von Nina und Aurelia, alles ist schon gepackt und im Auto. Noch schnell eine Tasse Kaffee dann hole ich Markus ab. Um 6 Uhr geht's ab in die Sextener Dolomiten. Markus erfuhr erst 3 Tage vorher - an seinem 40 er - das er am 09. August die Grosse Zinne besteigen wird. Seine Frau dachte sich für seinen "Runden" soll es etwas Besonderes sein als nur ein Geschenk - etwas das man sicher nie mehr vergisst. Für mich war es  schon eine lang geplante aber irgendwie noch nicht zustande gekommene Tour, die ich unbedingt auf meiner toDo-Liste abhacken möchte.  

Das Wetter ist super schön - dementsprechend viele Leute tummeln sich schon rund um die Auronzohütte - so etwas habe ich noch nie gesehen - die ganze Welt ist hier. Nicht anders am Paternsattel. Die Drei Zinnen ziehen die Massen in ihren Bann. 


Wir sind früh dran in unserer Zeit und haben die Ausrüstung sowieso im Rucksack mit dabei - hinauf zum Einstieg vom Klettersteig des Paternkofel.  Im Ersten Weltkrieg war er zwischen Österreichern und Italienern heftig umkämpft, wovon noch heute Stellungen und Steiganlagen zeugen. Stacheldrahtsperren in den Rinnen unter uns. Wir gehen den Steig und jeder kann sich seine Gedanken machen - was sich hier alles abgespielt haben muss - Tod, Schüsse, Schnee, Lawinen, Verzweiflung....Viele kehrten nie mehr heim. Heute ein alpines Tourismusangebot - das jedoch seinen alpinen Charakter gewiss nicht verloren hat, lediglich ein bisschen zurückstellt. 

Früher Kriegsschauplatz - bei einer solchen Kampfhandlung am Paternkofel, als man versuchte den von den italienischen Alpini besetzten Gipfel zurückzugewinnen, ist  am 04. Juli 1915 Sepp Innerkofler, der ungekrönte König der Dolomiten, gefallen. Sein Leichnam fiel in Feindes Hand und er wurde von den Alpini am Paternkofel begraben. Auf sein Grab setzten sie einen Gedenkstein mit der Inschrift:

"Al morto re delle Dolomiti, i suoi nemici!" (Dem toten Dolomitenkönig, seine Feinde). 
...wenn nicht der genialste Blick auf die "Tre cimi di lavaredo"
...wenn nicht der genialste Blick auf die "Tre cimi di lavaredo"
Paternkofel - Dolomitenfront und Steige im Ersten Weltkrieg
Paternkofel - Dolomitenfront und Steige im Ersten Weltkrieg

Wir überschreiten noch den ganzen Paternkofel und gehen über die Dreizinnenhütte, natürlich nicht ohne Einkehr, noch den ganzen Dolomitenrundwanderweg zurück zur Auronzohütte wo wir unser Nachtlager beziehen.


5 Uhr Tagwache - 6 Uhr - Joe Rainer von der Alpinschule Dreizinnen steht vor dem Haus . Wir starten gleich und kommen wirklich schnell voran. Das Klettern macht Spaß im Dolomit und Joe springt wie eine Katze über die Passagen. Klettern und leichtere Passagen wechseln sich stetig ab. Drei kurze Züge und Joe ist schon durch den Innerkofler-Kamin. Markus und ich kommen gut nach - das Teamwork funktioniert. Je höher wir kommen um so imposanter wird die Landschaft um und unter uns. Die kleine Zinne wird gerade von der Sonne berührt und der Monte Cristallo erstrahlt in voller Pracht. 

8 Uhr 15 - wir stehen am Gipfel und des fühlt sich gut an auf knapp 3000m über die Dolomiten das Panorama zu geniessen.


Markus Strolz - Grosse Zinne 2.999müM
Markus Strolz - Grosse Zinne 2.999müM

Der Grossvenediger, Grossglockner, die Zillertaler Alpen und viele weitere Gipfel bis hin zum Adriaraum stellen sich zur Schau - grande spectacolo. Wir sind die Ersten und 5 Minuten gehört uns der Gipfel allein bevor Felix und Martin (ebenfalls von der Alpinschule Drei Zinnen) mit ihren Gästen kommen. Heute ist nicht viel los meint Joe und auch Felix stimmt ein - es kommen höchstens noch 3-4 Leute, die werden allerdings noch etwas länger brauchen. In dem Labyrinth aus Fels und Wegen ist es nicht so leicht die richtige Route auf Anhieb zu erkennen. 


Gleicher Weg runter wie rauf - aber durch einige Abseilpassagen in voller Seillänge kommt es mir brutal schnell vor und wir können uns zusammen mit Joe, Felix und Martin um kurz nach 11 noch ein bisschen auf der Auronzohütte "austratschen". Mein Projekt "Dreizinnen - Grosse Zinne und Teile der Dolomitenfront vom Ersten Weltkrieg zu sehen ist erledigt - es war grossartig - nicht zuletzt durch die angenehme Gegenwart von Markus (Markus Strolz) und den Südtiroler Bergführern aus Sexten. 

Saluti di montagne und Danke Joe Rainer für die Foto's von Dir! Viele Grüsse und Du weisst wohin, wenn Dich der Weg in die Silvretta führt :-) 

  Ronni Lorenz 

Danke auch an die Alpinschule Dreizinnen - Ihr seit so herrlich unkompliziert und einfach "Spitze"  

www.alpinschule-dreizinnen.com