von Galtür durch's Klostertal nach Klosters (CH) - grenzüberschreitendes Weitwandern oder auf den Spuren unserer Großeltern

17.08.2018


6 Uhr Morgens - ein langer Tag erwartet uns - mein Vater, Andreas und ich brechen zeitig in Galtür auf. Unser Tagesziel soll heute Klosters in der Schweiz/Graubünden sein. Luftlinie eigentlich gar nicht so weit entfernt und wenn man es so will, eine Nachbargemeinde von Galtür. Dazwischen liegt "nur" die Silvretta. 

Es ist noch nicht so lange her als Galtürer in die Schweiz gingen um dort zu Arbeiten. Wahrscheinlich hatten die Männer und Frauen nur einen Rucksack voll Hab und Gut für einen ganzen Sommer mit dabei. Der Weg führte wie unserer heute über das Klostertal und die Rote Furka in Sardasca oder eben über den Klosterpass oder die Seelücke im Chromertal. 

Der Weg durch's Klostertal fällt uns leicht - noch ist es relativ frisch mit 6 Grad und die Sonne berührt erst die Bergspitzen. Wir kommen gut voran - ich war hier herinnen schon einige Zeit nicht mehr und bin erschrocken - die Gletscher vom Klostertal sind vom Tal aus fast nicht mehr zu sehen - und über die Rote Furka, das wusste ich aber - ist überhaupt nur mehr Stein und kein Eis mehr. Lediglich ein kleines Fleckchen Schnee auf Permafrost. Die Markierung sind super - das bin ich so gewohnt in der Obersilvretta - und das ist hier einzigartig.

Andreas hatte sich diese Tour schon lange vorgenommen -  aber wie es so ist - die Zeit, die Arbeit,... - jetzt aber sind wir auf dem Weg kurz vor der Staatsgrenze zur Schweiz. Steinböcke auf der Roten Furka sind keine Seltenheit - die Gegend ist auch im Hochsommer nie zu überlaufen. 

Ein Blick zurück ins Klostertal und ein weiterer hinüber auf den riesigen Silvrettagletscher und die Silvretta mit ihren Dreitausendern. Mittendrin - statt nur dabei. 

Noch gut eine Stunde dann sind wir auf der Silvrettahütte - hab schon viel davon gehört und freue mich darauf endlich hier einmal einzukehren. 

Andreas ist begeistert von der alten Stube und der Empfang hier ist herzlich. Wir sind gerne hier - geniessen die Aussicht über's Tal nach Klosters und stärken uns ein wenig. Wenn man diesen Gastraum sieht denkt man nach - wer hat hier schon alles gesessen; wer hat es gebaut; eine andere Zeit und heute immer noch so gemütlich wie damals.



Der Weg führt uns weiter zur Sardascaalpe - ein brutaler Hüttenabstieg - Pfad wäre der bessere Ausdruck. Ich ziehe den Hut vor den "Säumern" die hier früher das "Alltägliche" hinaufgebracht haben. Die Sonne brennt in die Bergflanke und der Weg zieht sich. Auf der Sardasca wechseln wir in die leichten Turnschuhe - die Luxus haben wir uns gegönnt und vorgesorgt. Eine lange Etappe durch das Tal steht noch bevor  - das Sardasca ist schön und - sehr lange. Unsere Einheimischen vergleichen es oft mit dem Jamtal - aber es ist noch sehr, sehr viel länger. Eine gewaltige Tagestour mit vielen bleibenden Eindrücken und wechselnden Landschaften neigt sich dem Ende ehe uns mein Bruder mit dem Auto abholt und wir über neue "Samerwege" via Liechtenstein und Silvretta-Hochalpenstrasse wieder heim nach Galtür fahren.